(Buch-) Vorträge als Filmpräsentationen

Vorträge sind ein fester Bestandteil des Schulalltages. Es ist für das Selbstbewusstsein der Lernenden wichtig, dass sie lernen vor Menschen zu sprechen und sich, ihre Ideen und ihr Können zu präsentieren. In der Oberstufe ist dies mit dem Blick in die Zukunft um so wichtiger, denn der Berufsweg der Jugendlichen startet mit diversen Vorstellungsgesprächen, bei welchen sie sich vor fremden Menschen in einem guten Licht präsentieren müssen. Im folgenden Blogbeitrag möchte euch am Beispiel von Vorträgen aufzeigen, wie ICT meinen Unterricht bereichert, bzw. wie ICT den Schulalltag meiner Lernenden bereichern kann.

Vorträge sind wichtig und trotzdem war ich in der Vergangenheit mit den Vortragssituationen nicht ganz glücklich. Grundsätzlich ist die Vorstellung, dass die Lernenden von Peers lernen, toll. Jedoch entspricht das, meiner Erfahrung nach, nicht der Realität. Die anderen Lernenden sind nett und verhalten sich ruhig. Sie wissen, dass auch sie einen Vortrag halten müssen und es ist entsprechend ein Ehrenkodex, dass man sich aus gegenseitigem Respekt während der Präsentationen ruhig verhält. Gelernt wird von der Klasse entsprechend wenig. Bei einer Klassengrösse von 20 Kinder habe ich entsprechend nur
1 aktiven Lerner (das präsentierende Kind) und
19 passive Lerner (die restliche Klasse). Präsentationen o MM Schlussendlich entspricht dies einer mündlich Prüfung zwischen dem vortragenden Lernenden und der Lehrperson. Also suchte ich für mich und meinen Unterricht neue Möglichkeiten um Vorträge zu initiieren. Im Januar haben meine Lernenden Buchvorträge gehalten. Sie haben dieses Mal jedoch kein Plakat oder PowerPoint Präsentation dazu gestaltet. Meine Lernenden haben Filme zu ihren Büchern erstellt. Dabei hatten sie, wie auch bei der alt bekannten Vortragsversionen, klare inhaltliche Vorgaben und einen entsprechenden abgesteckten Zeitrahmen.
Während dem Erstellen der Vorträge entwickelte sich ein kleiner „Wettbewerb“ zwischen den Jugendlichen. Sie wussten, wenn die Klassenkameraden gute Filme erstellen, dann sollten sie selber auch eine gute Präsentation produzieren. Dadurch entstand eine hohe Eigenmotivation und Selbstverantwortlichkeit für die eigene Arbeit. Dieser Wettbewerb  förderte kein Konkurrenzkampf zwischen den Jugendlichen. Im Gegenteil sie zeigten sich gegenseitig Tricks und Möglichkeiten bei der Entwicklung der Filme, und sie gaben sich gegenseitig Feedback, so dass sie ihre Präsentationen optimieren konnten. Als Lehrperson habe ich in diesen Lektionen die Rolle des Lern- und Arbeits-Coachs übernommen.

Bei der Präsentation öffneten alle Lernenden ihre Präsentation am Laptop (das wäre auch im IT-Zimmer möglich), so dass die Klassenkamerad/innen den Film nur noch starten mussten. Die Lernenden wechselten rotierend zwischen den unterschiedlichen Filmen. Sie gaben sich dabei ein letztes Feedback. So hatte ich bei diesem Vortrag bei einer Klasse von 20 Lernenden zur gleichen Zeit
20 präsentierende Jugendliche und
20 Feedback gebende Jugendliche. Präsentationen mit MM Das sind 20 aktive Lerner.

Einige Jugendliche haben mich nach diesem Vortrag gefragt, ob es möglich wäre beim nächsten Geografie-Vortrag auch einen Film zu erstellen. Auch dieser ist, wie alle Buchvorträge, kreativ und qualitativ toll geworden.

Dieses Projekt durfte ich am Microsoft in Education Global Forum präsentieren (siehe Film). Gemeinsam mit weiteren Lehrpersonen sind in dieser inspirierenden Umgebung Idee zur Weiterentwicklung des Buchprojekts entstanden, welche wir gerade ausarbeiten und für das nächste Schuljahr planen. Ich freu mich auf das Buchprojekt 2.0 und werde sobald es konkreter wird entsprechend darüber berichten.

Vorträge auf diese Weise um zu setzen kann ich nur weiterempfehlen. Für weitere Fragen könnt ihr mich gerne kontaktieren.

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