5 Klassen, 4 Kontinente, 3 Sprachen, 1 gemeinsames Projekt

Die UN Millennium Development Goals beinhalten acht unterschiedliche Ziele/ Teilbereiche. Das erste Ziel ist die Bekämpfung von Extremer Armut und Hunger. Zu diesem Ziel musst, sollte und durfte ich mit einem internationalen Team in einem 24h-Wettbewerb ein Unterrichtsprojekt erstellen, welches ich euch in diesem Blog-Beitrag vorstellen möchte. Um es vorwegzunehmen: ja, mit diesem Projekt haben wir den zweiten Platz am Microsoft Global Forum belegt. Wobei ihr gleich feststellen werdet, dass der eigentliche Gewinn mehr als eine Auszeichnung ist.

Das Team

Das Team bestand bzw. besteht aus fünf Lehrpersonen aus Brasilien, Portugal, Südafrika, der USA und der Schweiz. Die Zusammenarbeit bei der Erarbeitung war kreativ, spannend, sehr intensiv und gegenseitig sehr unterstützend. Wir hatten jedoch ein gemeinsames Problem, welches auch Teil des Projektes sein wird: die Sprachbarriere. Unser brasilianisches Teammitglied konnte kein Englisch. Wenn also der Dolmetscher oder der Portugiese nicht da waren, halfen nur noch Hände und Füsse oder ein Übersetzungsprogramm.

Die Ausgangssituation

Unser Team hat ein Projekt gestaltet, bei welchem die Klassen zusammen arbeiten und von einander lernen können. Also…

5 Klassen von 4 Kontinenten mit 3 unterschiedlichen Zeitzonen und 3 unterschiedlichen Muttersprachen

setzen sich mit dem Thema „Armut“ und den dazugehörigen sozialen und wirtschaftlichen Aspekte auseinander. Die diese Aspekte in den beteiligten Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, ist es uns wichtig, dass die Jugendlichen sich negativ exponieren müssen. Schliesslich sollen die Beteiligten gerade durch diese Unterschiede von einander lernen.
Das ganze Projekt wurde unter den Kriterien der „21st Century Learning Design“-Kategorien beurteilt.

Das Projekt

Die Jugendlichen haben dabei die Möglichkeit Brasilien, Portugal, Schweiz, Südafrika und USA besser kennen zu lernen. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Geografie-Projekt zum Thema „Armut“. Die Jugendlichen setzen sich innerhalb des Projekts mit sich, ihrer Situation und ihren Talenten auseinander. Diese Auseinandersetzung mit sich selber ist ein Teil der Berufswahl. Ein Teilbereich des UN-Entwicklungsziel zum Thema „Armut“ ist die „Vollbeschäftigung von ehrbarer Arbeit für alle, auch Frauen und Jugendliche“, womit wir wieder beim Thema wären. Der Titel des Projekts ist deshalb auch:

„I can do it! Eu posso fazer isso! Ich kann das!“

Screenshot (11)

Wir arbeiten mit einer privaten Wikispaces-Seite, auf dieser haben wir ein bing-translator-Widged integriert. Dadurch können die Jugendlichen unabhängig von den Zeitzonen, den unterschiedlichen Internetzugänge und den unterschiedlichen Sprachkenntnissen miteinander arbeiten. Wobei es uns sehr wichtig ist, dass die Mehrheit der Aufgaben die Sprache nicht benötigen, jedoch die Kreativität der Jugendlichen. Die erste Aufgabe der Jugendlichen lautet deshalb auch:

Stellt euch den anderen Jugendlichen vor Wer seid ihr? Beantwortet diese Frage ohne Worte oder Sätze. Seid kreativ!

Weiter wurde den Jugendlichen eine Liste mit möglichen ICT-Tools zur Bewältigung der Aufgaben zur Verfügung gestellt.

Die erste Reaktion meiner Klasse

Ich werde dieses Projekt mit einer 1. Oberstufe des Niveau C durchführen. Die Lernenden waren sehr begeistert als ich vor einem Monat ihnen von diesem Projekt erzählte. In einer 5 Minuten-Pause hörte ich, wie einige Jugendliche zu einer Mitschülerin sagten:

„Du sprichst doch zuhause Englisch. Kannst du auch mit uns Englisch sprechen? Damit wir, dann mit den anderen Jugendlichen vielleicht auch skypen können.“

Wenn wir so viel intrinsische Motivation aktivieren können, strahlt doch das Lehrerherz. Über den weiteren Projektverlauf, die Aufgaben und die kreativen Lösungen werde ich euch hier auf dem Laufenden halten.

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